| Ein Instagram-Post warnt vor Glyphosat, ein anderer bewirbt ein „chemiefreies“ Produkt, ein Werbevideo verspricht Gesundheit durch Quantenphysik: Schüler*innen werden in medialen Räumen zunehmend mit naturwissenschaftsbezogenen Inhalten konfrontiert, die fachliche Informationen verzerrt oder ganz falsch darstellen. Nutzer*innen stehen daher vor der Herausforderung, die Vertrauenswürdigkeit von Informationen selbst einzuschätzen. Besonders bei komplexen Themen oder vermeintlich wissenschaftlich belegten Behauptungen stößt das Fachwissen an Grenzen. Deshalb sind zusätzlich Kompetenzen wie die Analyse und Beurteilung naturwissenschaftlicher Medieninhalte sowie Kenntnisse aus dem Bereich Nature of Science erforderlich, um echte Wissenschaft von Pseudowissenschaft unterscheiden zu können. Entsprechende Aspekte bündelt die Scientific Media Literacy. Sie verbindet Dimensionen der Media Literacy und der Scientific Literacy, um Schüler*innen im Umgang mit naturwissenschaftsbezogenen Medieninhalten zu fördern. Um die Herausforderungen zu adressieren, wurden Unterrichtsbausteine zur Förderung der Scientific Media Literacy entwickelt und in einem Oberstufenkurs in Niedersachsen erprobt. Die Bausteine bilden einen Lernweg ab, können jedoch auch unabhängig voneinander und fächerübergreifend eingesetzt werden. Die Schüler*innen begegnen typischen Verzerrungen naturwissenschaftlicher Informationen, erproben Strategien wie das laterale Lesen, analysieren mediale Darstellungen und wenden diese Perspektiven schließlich auf kontroverse und pseudowissenschaftliche Beispiele an. Dabei greifen die Einheiten Kontexte wie Glyphosat, Kosmetika, Klimawandel und Quantenphysik auf. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Unterrichtsbausteine sowie die Möglichkeit, Zugriff auf die Unterrichtsmaterialien zu erhalten. |