| Vortragender: | Dr. Christoph Krick |
| Institution: | Universitätslinikum des SaarlandesKlinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie |
| Datum: | 06.01.2027 |
| Dauer: | 17:00 ‑ 18:00 Uhr |
| Plätze: | noch 1000 Plätze frei |
| Beitrags-Nr. | VN 01 |
| Die Gehirnentwicklung im Kindes- und Jugendalter ist sowohl Entwicklungsprozessen als auch persönlichen Lernerfahrungen unterworfen. Insbesondere Kulturleistungen wie das Vermögen zum Lesen, zum Schreiben oder zum Rechnen ist aber nur mittelbar der neuronalen Reifung des Gehirns zuzuordnen, da sie uns nicht über evolutionäre Vorbilder gebahnt werden. Bis ins 15. Jahrhundert waren weder Mathematik noch Lesefertigkeit in der Bevölkerung verbreitet. Es ist daher interessant zu hinterfragen, auf welchem neuronalen Substrat die heute landläufigen Kulturleistungen über schulische Lernvorgänge konstruiert werden. Vor dem Hintergrund dieses individuellen Konstruktionsprinzips ist auch die Frage zu unterschiedlichen Leistungsniveaus, gerade im Fach Mathematik, von Interesse, da die inneren Prozesse dieser neuroplastischen Konstruktion nicht von außen zu sehen sind und nur indirekt von außen steuerbar sind. Aus der neurowissenschaftlichen Perspektive lassen sich diese Lernvorgänge jedoch über die funktionelle Magnetresonanz-Tomographie sichtbar machen, um nachfolgend auf Basis diesen Wissens den schulischen Lernprozess zu optimieren. Überraschenderweise hängt demzufolge aber der individuelle Lernerfolg in Mathematik nicht nur vom geistigen Trainieren über Rechenaufgaben ab, sondern auch von vielen anderen Faktoren wie zum Beispiel von der Sprachkompetenz, vom Umfang des Freizeitsports, aber auch vom Geschick im räumlichen Denken, das wiederum vom raumgreifenden Spiel trainiert wird. Wie diese Wirkmechanismen neurobiologisch ineinandergreifen und in Lernarrangements vor den Karren der mathematischen Schulbildung gespannt werden können, möchte diese Folge von Mint am Mittwoch aufweisen und zur interdisziplinären Diskussion stellen. | |