| Last child in the woods (Louv, 2013) beschreibt eindrücklich, wie innerhalb der heranwachsenden Generation die körperliche Erfahrung, ihre Vertrautheit mit der Natur schwinden. Dieser beobachtbaren Naturentfremdung junger Menschen sollte auch der Biologieunterricht entgegenwirken. „Ein emotionaler Zugang, z. B. über Originalbegegnungen mit der Natur, ist […] eine wichtige Grundlage, um Achtung vor dem Lebendigen zu entwickeln“ (KMK, 2020, S. 11). Schon die alten Dakota wussten, dass der Einfluss der Natur, die den jungen Menschen feinfühlig machte, ein wesentlicher Bestandteil ihrer Erziehung ist. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen ist eine solche Schlüsselkompetenz, die im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) erworben werden soll (UNESCO, 2017). Da Naturverbundenheit ein starker Prädiktor für pro-umweltbezogene Verhaltensweisen ist, ließe sich dieses umweltpsychologische Konstrukt z.B. anschlussfähig an die sozio-emotionalen Lernziele des SDG 15 „Leben an Land“ und im Hinblick auf Umweltbildungs-, Naturschutz- und Biodiversitätsthemen stärker im Biologieunterricht in transformativen Lernprozessen adressieren. Dieser Beitrag möchte aufzeigen, inwiefern der Biologieunterricht, z.B. exkursionsbegleitend, Naturerlebnisaktivitäten gestalten kann, die Naturverbundenheit fördern. Die am umweltpsychologischen Pathway-Ansatz (Lumber et al., 2017) orientierten Aktivitäten wurden mit Lehramtsstudierenden erprobt und im Hinblick auf ihre biologiedidaktische Passung hin evaluiert. Der Vortrag stellt Teilforschungsergebnisse vor. |