| Soziale Medien spielen eine zentrale Rolle im Rechercheverhalten von Schüler*innen, bieten jedoch kaum verlässliche Gatekeeping-Mechanismen. Die Verantwortung, zwischen Fakt und Fake zu unterscheiden, liegt daher zunehmend bei den Lernenden selbst. \r\nIm Promotionsprojekt wird mit dem CHECKR-Schritt ein didaktischer Ansatz entwickelt, der dieser Herausforderung durch naturwissenschaftliche Bildung begegnet. CHECKR steht für die Phasen Claim, Hints, Evidence, Check, Knowledge und Reflect und führt Schüler*innen systematisch zu einem fachlich fundierten Urteil. Dabei greifen sie gezielt auf ihr vorhandenes Fachwissen zurück, um Inhalte – etwa aus sozialen Medien wie TikTok – kritisch zu prüfen. Die behandelten Beispiele orientieren sich eng am Kernlehrplan Chemie in NRW und sind so gewählt, dass sie inhaltlich zugänglich bleiben und eigenständige Beurteilungen ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermittlung allgemeiner Hinweise auf Fehl- und Misinformationen, für die in der Hints-Phase spezifische Marker erarbeitet und angewendet werden.\r\nDas Unterrichtskonzept fördert die Beurteilungskompetenz, die adressatengerechte Kommunikation von Urteilen sowie einen reflektierten Umgang mit Informationen. Entwickelt und erprobt wurde der CHECKR-Schritt im Rahmen eines Design-Based-Research-Ansatzes mit Schüler*innen ab der 6. Jahrgangsstufe.\r\nErste Erkenntnisse weisen darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler mithilfe des CHECKR-Schritts fachliches Wissen aktiv für die Beurteilung alltagsnaher chemischer Aussagen nutzen, ihre Einschätzungen stärker auf Evidenz stützen und sich ihrer eigenen Urteilsschwierigkeiten sowie den Manipulationsstrategien in sozialen Medien bewusster werden. |