Eine kurze Geschichte über helfende Fadenwürmer aus Norddeutschland

Vortragender: Dr. Bart Vandenbossche
Co-Vortragender:Dr. Carlos Molino
Ort:CAU Kiel
Datum:24. Februar 2026
Zeit:10:15 ‑ 11:00 Uhr
Plätze:noch 999 Plätze frei
Beitrags-Nr.VB 01

Biologische Pflanzenschutzmittel werden weltweit immer wichtiger. Ihr Markt wächst jedes Jahr stark. Gleichzeitig plant die Europäische Union, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Viele chemische Pflanzenschutzmittel werden daher mit der Zeit verboten, da sie die Umwelt erheblich gefährden. Allerdings werden oft weniger wirksame Ersatzmittel eingesetzt.
Die Firma e-nema GmbH mit Sitz in Schwentinental ist ein norddeutsches Unternehmen, dessen Mission es ist, effektive und umweltfreundliche biologische Schädlingsbekämpfungsmittel auf industrielle Weise zu produzieren. Zu den Hauptprodukten der e-nema GmbH zählen entomopathogene Nematoden. Das sind winzige Fadenwürmer, die gezielt Schadinsekten angreifen. Die Nematoden dringen in das Insekt ein und geben dabei symbiotische Partnerbakterien ab. Gemeinsam töten sie den Schädling innerhalb von etwa 48 Stunden.
Ein Beispiel für die Wirksamkeit dieser Nematoden ist die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, eines der gefährlichsten Schädlinge im Maisanbau. Die Bekämpfungserfolge sind vergleichbar mit denen chemischer Insektizide oder sogar besser. Obwohl Nematoden umweltfreundlich sind, wurden sie lange Zeit nur selten genutzt, da ihre Anwendung teurer war als der Einsatz chemischer Mittel. Im Rahmen eines DFG-geförderten Projekts mit dem Namen Nema-SMART hat sich die e-nema GmbH daher vorgenommen, den Einsatz von Nematoden im Maisanbau wirtschaftlicher zu machen. Die Durchführung des Projekts erforderte eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Bereichen wie Nematologie, Genetik, Bioinformatik, Agrarwissenschaften und Patentierung. In diesem Vortrag wird der Weg vom Labor bis zum fertigen Produkt dargestellt.