Modelle im Biologieunterricht – entwickeln, anwenden und reflektieren

Vortragende: Felicitas Haupts
Co-Vortragende:Kim Lobner
Institution:IPN - Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik
Ort:Kiel Universität
Datum:15. September 2026
Zeit:11:30 ‑ 12:30 Uhr
Plätze:noch 40 Plätze frei
Beitrags-Nr.VB 03

Ob DNA, Nahrungskette oder Biomembran: Modelle prägen den Biologieunterricht in allen Jahrgangsstufen. Doch wie oft werden sie wirklich zum Gegenstand aktiven Denkens und Lernens? Das Erasmus+-Projekt EMPOWER nimmt diese Frage in den Blick und möchte modellbasiertes Lernen im naturwissenschaftlichen Unterricht fördern.
Die Relevanz von Modellen im Biologieunterricht wird nicht zuletzt in den Curricula und durch die Vielfalt an Darstellungen in den Schulbüchern sichtbar. Sich hierbei einen Überblick zu verschaffen, kostet vielfach Ressourcen, die im Alltag oft nicht übrig sind. Im Vortrag werden Ergebnisse einer Curriculums- und Schulbuchanalyse vorgestellt, die u. a. aufzeigen, an welchen Stellen Schulbücher Modelle vor allem als Abbild präsentieren und wo Lerngelegenheiten fehlen, in denen Schüler*innen Modelle selbst entwickeln, prüfen, vergleichen oder überarbeiten. Genau daraus ergeben sich praktische Ansatzpunkte für den eigenen Unterricht: Schon mit kleinen Veränderungen an Aufgaben oder Gesprächsanlässen kann Modellieren im Unterricht expliziter, lernwirksamer und kompetenzfördernd gestaltet werden.
Ausgehend von den Forschungsergebnissen werden konkrete Impulse für die Praxis diskutiert: Wie können Aufgaben so gestaltet werden, dass Schüler*innen nicht nur Modelle nutzen, sondern auch ihre Reichweite und Grenzen reflektieren? Wie können Modellentwicklung und -revision als Teil naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung gefördert werden? Wie kann Modellkritik ohne großen Zusatzaufwand in bestehende Unterrichtsvorhaben integriert werden? Und wie lassen sich vorhandene Materialien mit kleinen Veränderungen kompetenzorientierter nutzen?